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die Chronik von Niederembt Niederembter Wetterhahn auf der Kirche wurde abgenommen

Der Wetterhahn auf der Pfarrkirche steht schief! stellte der Kirchenvorstand der katholischen Kirchengemeinde St. Martinus Niederembt nach einem Sturm Anfang des Jahres erschrocken fest. Es drohte die Gefahr, dass die etwa 300 kg schweren Metallkonstruktion abstürzt.

Kunstschlosserobermeister Sebastian Hoppen wurde hinzugezogen. Er ist Experte auf dem Gebiet der Wetterhähne und riet dringend dazu, den Hahn samt Kreuz und Kugel herunterzuholen. Die insgesamt sechs Meter hohe Metallkonstruktion mit dem vergoldeten Hahn befindet sich in rund 60 Metern Höhe auf der Kirchturmspitze, kein leichtes Unterfangen also. Der Bereich um die Kirche wurde sicherheitshalber teilweise abgesperrt. Eine LKW-Arbeitsbühne wurde bestellt, Dachdecker und Schlosser hielten sich bereit. Doch nachdem es vor drei Wochen plötzlich am anberaumten Termin Schnee und Eis gab, musste das Vorhaben verschoben werden. Am vergangenen Mittwoch war es dann soweit. Von der Stadt Elsdorf war Sebastian Vette gekommen, als Vertreter der unteren Denkmalschutzbehörde. Zusammen mit Kunstschlossermeister Hoppen ließ er sich mit dem Kran nach oben fahren, um selbst die Schäden in Augenschein zu nehmen und Fotos zu machen. Nach kurzer Beratung gingen die Schlosser zu Werke. Der vergoldete Hahn wurde aus der Verankerung gehoben, Kreuz und der Stange darunter sowie die Kugel wurden abmontiert und zu Boden gebracht. Dort wurde klar, dass der Zahn der Zeit schon arg an der Konstruktion genagt hatte und es gut war, dass sie nun entfernt wurde.

Zahlreiche Niederembter hatten das weithin sichtbare Spektakel beobachtet und waren gekommen, um den Hahn, der seit 1964 auf der Kirchturmspitze thronte, einmal von Nahem zu sehen.


Foto Monika Schüll

Sämtliche Teile wurden von der Firma Hoppen abtransportiert, sie werden in der Werkstatt in Dattenberg nun ausgemessen und restauriert. Der Wetterhahn bekommt eine neue Vergoldung, das Kreuz und die Befestigung des Hahnes müssen komplett erneuert werden, da sie stark korrodiert sind. Die unter dem Hahn befindliche Kugel mit den vier Rosetten dagegen muss nur aufgearbeitet werden. In ihr befindet sich eine Hülse, in der könnte einmal eine Urkunde gewesen sein, vermutet Schlossermeister Sebastian Hoppen.

Etwa drei Monate könnten die Arbeiten dauern, schätzen die Handwerker, wenn alles reibungslos vonstattengeht. Solange wird die Kirchturmspitze mit Dachpappe abgedeckt bleiben, um den Dachstuhl vor Witterungseinflüssen zu schützen. Im Sommer oder Herbst wird dann die Zierde des Kirchturms wieder hinaufbefördert, hofft der Kirchenvorstand. Eine neue Urkunde soll dann wieder in der Kugel platziert und das ganze Spektakel mit einem "Hahnenfest" von der Kirchengemeinde begangen werden.

(mos)

Rundblick Elsdorf 06.05.2022




letzte Änderung: 26.02.2019 18:58:21. Niederembt.com © 2006 - 2022 Gregor und Teresa Neveling