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die Chronik von Niederembt 15. November 2013
Stromkasten verunstaltet

Stromkasten verunstaltet

Vor zwei Jahren begannen Vertreterinnen und Vertreter der Ortsvereine, des Kindergartens und des Martinushauses damit, das Ortsbild von Niederembt zu verschönern. Sie bemalten triste graue Stromkästen und verwandelten sie in kleine Kunstwerke. Die Initiative dazu ging von Ortsvorsteherin Sophia Schiffer aus, die die Aktion mit RWE, der die Kabelverteilerschränke gehören, abgestimmt hatte. Klar war, dass es keine rassistischen, gewaltverherrlichten oder obszöne Motive geben sollte. Jeder Kasten sollte einfach nur schön werden. Herausgekommen ist eine Vielzahl von bunt gestalteten Kästen, die für eine Menge Diskussionsstoff im Dorf sorgten. „Die Leute sprechen wieder mehr miteinander, denn jeder findet etwas anderes schön", so Schiffer. Einig sind sich aber alle, dass jeder Kasten auf seine ganz eigene Art schön ist. Auch nach dieser offiziellen Aktion werden nun nach und nach die noch verbleibenden grauen Kästen gestaltet. Monika Schlack, in ihrer Freizeit Künstlerin mit einem Atelier in Niederembt, bemalte in der Vergangenheit bereits einige Kästen, deren Gestaltung sie mit den jeweiligen Vereinen abgesprochen hatte. So entstand zum Beispiel der Alt-und-Jung-Kasten auf dem Dorfplatz für das Sankt Martinus Haus. In den vergangenen Wochen widmete sie sich einem Kasten ganz in ihrer Nähe, den sie für die Flötengruppe gestalten sollte. Sie wählte ein surrealistisches Motiv, welches sich in der Farbgestaltung ganz an die angrenzende Hauswand anpasste. Auch hier gab es Diskussionen, die einen fanden, es handle sich um ein richtiges Kunstwerk, die anderen konnten nichts mit dem „Kopf" anfangen. Eine Person jedoch machte unmissverständlich klar, dass ihr das Motiv nicht gefällt und hat vor einiger Zeit einen Eimer weiße Farbe über den Kasten geschüttet. Ortsvorsteherin Sophia Schiffer ist entsetzt: „Das ist keine Art und Weise, miteinander umzugehen. Bisher sind mir die Niederembter immer als tolerante, aufgeschlossene Mitmenschen begegnet." Auch wenn der Kasten nicht jedem gefällt oder es andere Vorschläge gab, könne so etwas nicht geduldet werden. Der Bürgersteig um den Kasten ist total verschmiert und sollte von dem oder der Verursacher/in wieder sauber gemacht werden. Die Künstlerin fühlt sich tief verletzt und hofft, dass in der Nachbarschaft vielleicht jemand etwas bemerkt hat, was einen Hinweis auf den Täter oder die Täterin liefern könnte. „Vielleicht meldet sich der Verunstalter des Kastens ja auch selbst" hofft Monika Schlack, und versichert: „Das Motiv war mit der Flötengruppe so abgesprochen und wurde dort für gut befunden. Wenn jemand mit mir in Ruhe über ein Motiv hätte diskutieren wollen, wäre ich gerne dazu bereit gewesen, aber so geht es nicht!"

(mos)

Rundblick Elsdorf vom 15. November 2013



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